2.1 Alkoholismus und Familie

Alkoholismus ist eine Krankheit, die nicht nur die Betroffenen selbst angeht, sondern auch ihre jeweilige Familie in Mitleidenschaft zieht.  So heißt es auf der Seite der Al-Anon:

„Alkoholismus ist eine Krankheit, die unabhängig von Einkommen und sozialem Status jede Familie treffen kann. Nicht nur der Alkoholiker selbst ist krank, sondern sein gesamtes Umfeld. Lebens- und Ehepartner, Kinder, Freunde Verwandte und auch Arbeitskollegen leiden gleichermaßen unter den Folgen der Sucht. Indem sie versuchen, das Trinken des Alkoholikers zu kontrollieren, ihn nach außen zu decken und zu entschuldigen, fixieren sie sich zwanghaft auf den Alkoholiker und verlieren den Kontakt zu ihren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen.

Die Folge: Viele Angehörige entwickeln selbstschädigende Verhaltensweisen, erleiden depressive und psychosomatische Störungen und zum Teil lebensbedrohliche Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs. Die Problematik der Angehörigen stellt ein eigenständiges Krankheitsbild dar, das sich von dem des Alkoholikers unterscheidet. In der Bundesrepublik leben ca. 2,5 Millionen Alkoholabhängige, die Zahl der betroffenen und mitleidenden Angehörigen wird auf mindestens das Drei- bis Vierfache geschätzt!“

 

Mehr hier:

http://www.al-anon.de/fuer-neue/familienkrankheit

 

Parallel zur Abhängigkeit erwächst die Co-Abhängigkeit von Familienmitgliedern. So beschreibt eine Frau:

„Ich dachte immer ich müsste meinen Mann vom Alkohol wegbringen. Dabei bemerkte ich nicht, wie ich selber immer mehr in süchtiges Verhalten fiel. Mein Partner hatte den Alkohol im Körper, ich hatte den Alkohol im Kopf – aber den, den er getrunken hat oder trinken wird. Meine Gedanken kreisten permanent um den Alkohol: Wird er wieder trinken? Was erwartet mich zu Hause, wenn er betrunken ist? Wo hat er den Stoff versteckt? Ich habe nur noch an ihn und seine Sucht gedacht, nicht mehr an mich. Ich wusste ganz genau, was gut für meinen Mann war. Er sollte aufhören zu trinken, damit es mir und der Familie besser ginge. Leider ist dieses Konzept nicht aufgegangen. Heute habe ich erkannt, dass ich nicht an seinem Trinken schuldig bin und auch nichts daran ändern kann. Mein Partner muss trinken, er wird nicht wegen mir aufhören. ABER: Ich kann was für mich tun, denn ich bin der einzige Mensch, den ich ändern kann.“

http://www.a-connect.de/familie.php

 

Eindrucksvoll ist hier auch nachzulesen, wie die „Phasen der Co-Abhängigkeit in der Familie/Partnerschaft“ verlaufen.

So wird weiter untern auch auf die Situation von Kindern in Alkoholiker-Zusammenhängen hingewiesen.