4.1 Gebete, Mantren, Inspirationen

OM

 

GEBETE

 

Im 11. Schritt der Anonymen Alkoholiker (AA) heißt es:

Wir suchten durch Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott – wie wir Ihn verstanden – zu vertiefen.
Wir baten Ihn nur, uns Seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen

 

Gelassenheitsgebet

Gott gebe mir
die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut,
Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr (1892 – 1971)

Mehr zur Geschichte des Gelassenheitsgebetes hier:

http://www.wlb-stuttgart.de/sammlungen/handschriften/bestand/nachlaesse-und-autographen/oetinger-archiv/gelassenheitsgebet/

 

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Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu dir!

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen Dir!

Nikolaus von Flüe (1417 – 1487)

 

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Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst,
dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt,
dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist,
dass ich Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält,
dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht,
dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist,
dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.

Herr hilf mir, dass ich nicht danach verlange,
getröstet zu werden, sondern zu trösten.
Dass ich nicht danach verlange,
verstanden zu werden, sondern zu verstehen.
Dass ich nicht danach verlange,
geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Denn: Wer gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.

http://www.franciscan-archive.org/franciscana/peace.html

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Wir sind hier; weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit.
Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen – er wird allein sein.

Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten?

Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet.
In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen.

Richard Beauvais (1964)

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Inzwischen sind Drogen als deus ex machina erschienen, um dem sich selbst bewussten kartesianischen Bewusstsein die Möglichkeit zu geben, sein Selbst-Bewusstsein noch weiter auszudehnen, indem es schainbar aus sich herausgeht. Mit anderen Worten: Die Drogen haben dem sich selbst bewussten Selbst einen Ersatz für metaphysische und mystische Transzendenz des Selbst geliefert. Vielleicht auch einen Ersatz für Liebe? Ich weiß es nicht.

Thomas Merton in „Weisheit der Stille – Die Geistigkeit des Zen und ihre Bedeutung für die moderne christliche Welt“. Bern/München 1975, S. 33

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Praktische Anleitung zum Herzensgebet:

http://www.exerzitien-herzensgebet.de/herzensgebet.pdf

 

 

MANTREN

 

Medizin-Buddha-Mantra

Tayata
Om Bekandze Bekandze
Maha Bekandze
Radza Samudgate Soha

Mögen all die vielen Lebewesen,
die krank sind,
schnell von ihrer Krankheit erlöst sein.
Und mögen all die Krankheiten dieser Wesen
Niemals wieder auftreten.

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Om Gam Ganapataye Namaha

Ganesha, steht für die Weisheit, für die Überwindung von Hindernissen und für einen guten Anfang

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Oṃ trayambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam urvārukam-iva bandhanān mṛtyor-mukṣīya māmṛtāt

Om. Wir verehren den dreiäugigen Shiva,
der wohlduftend ist und alle Lebewesen ernährt.
Möge er uns vom Tode befreien und uns dazu reif machen,
zur Unsterblichkeit zu gelangen,
genau wie eine reife Gurke von der Pflanze abfällt.

Hier wird das Mantra von Hein Braat gesungen: https://soundcloud.com/welcica-wel/mahamrityunjaya-mantra

 

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Am Schluss des „Herz-Sutra“ heißt es:

OM GATE GATE PARAGATE PARASAMGATE BODHI SVAHA

„Gegangen, gegangen, hinübergegangen, ganz und gar hinübergegangen, erleuchteter Geist“

Den kompletten Text gibt es hier:

http://www.buddhistische-gesellschaft-berlin.de/downloads/herzsutra.pdf

 

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INSPIRATIONEN

 

Gib acht auf diesen Tag!
Denn er ist das Leben.
Das wahre Leben des Lebens.
In seiner kurzen Dauer
Ruht alle Wahrheit
Und alle Wirklichkeit deiner Existenz:
Die Seligkeit des Wachseins,
Der Ruhm der Tat,
Die Herrlichkeit der Leistung.

Denn Gestern ist nur ein Traum
Und Morgen nur eine Vision.
Aber heute gut gelebt
Macht jedes Gestern
Zu einem Traum des Glücks
Und jedes Morgen
Zu einer Vision der Hoffnung.

Darum gib acht auf diesen Tag.
Dies sei dein Gruß an jede neue Sonne.

Aus dem Sanskrit, ca. 1.200 Jahre v.u.Z.

 

 

Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden zu Worten.

Achte auf Deine Worte,
denn sie werden zu Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden zu Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.

Charles Reade (1814 – 1884); englischer Erzähler und Dramatiker

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Wir sind, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken schaffen wir die Welt.
Sprich und handle mit unreiner Gesinnung
Und Schwierigkeiten werden dir folgen
Wie das Rad dem Ochsen, der den Karren zieht.

Wir sind, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken schaffen wir die Welt.
Sprich oder handle mit einem reinen Geist
Und Glück wird dir folgen
Wie dein Schatten, unerschütterlich.

Buddha im „Dhammapada“

 

Rumi: Sieben Empfehlungen

Sei wie ein Fluss
bei tätiger Freigiebigkeit und Hilfe.
Sei wie die Sonne
im Verbreiten von Erbarmen und Güte.
Sei wie die Nacht
im Verdecken der Fehler von anderen.
Sei wie ein Toter
hinsichtlich Fanatismus und Harschem.
Sei wie der Erdboden
in Bescheidenheit und Genügsamkeit.
Sei wie das Meer
in Geduldsamkeit.

Zeig dich entweder so, wie du bist
oder sei so, wie du dich zeigst.

Rumi (1207-1273) zugeschrieben

 

Der Mensch ist
wie ein Alkoholiker,
der weiss, das das Trinken
ihn zerstören wird,
der aber trotzdem stets
einen Anlass zum Trinken findet…

Man kann daraus nur einen Schluss ziehen:
der Mensch ist so süchtig nach Krieg,
dass er mit seiner Sucht
nicht fertig werden kann.

Doch wenn er nicht lernt,
sie zu meistern,
wird diese Sucht
sein Untergang sein.

Thomas Merton (1915 – 1968)

 

Hoffnung
ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewißheit,
dass etwas einen Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel (1936 – 2011)

 

Das Objekt unseres Dürstens hat viele Namen: Das Selbst, die schöpferische Energie, die Kraft der Liebe, die göttliche Mutter, unsere Buddha-Natur, das Tao oder das kosmische Bewusstsein. Gläubige sprechen vom Großen Geist, von Christus, vom Geliebten im Inneren, von der Quelle unserer Inspiration, von unserer höheren Macht oder Gott, um nur einige Bezeichnungen zu nennen. Obwohl dies eine unbeschreibliche Macht jenseits aller möglichen Etikettierungsversuche ist, müssen wir Worte verwenden, wenn wir darüber sprechen wollen.

Christina Grof (1941–2014) in ihrem Buch: Sehnsucht nach Ganzheit. Der spirituelle Weg aus der Abhängigkeit. München 1993

 

 

Slogans

  • Das Wichtigste zuerst.
  • Lass Heute das erste Glas stehen.
  • Nur für Heute.
  • Einen Tag nach dem anderen.
  • Fang bei dir selber an.
  • Es gibt Tausend Gründe zu Trinken – oder nicht einen einzigen.
  • Du schaffst es nur allein, aber allein schaffst Du es nicht.
  • Meine Trockenheit steht an erster Stelle.